Nachrichten

Das einzigartige Erntetechnikerbe von Massey Ferguson

Massey Ferguson’s Landtechnikerbe, welches sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckt, beinhaltet gleich mehrere Weltpremieren von Meilensteinen der Landtechnik.

Das Schneidwerk wurde auf die volle Breite der Maschine verbreitert und ein Motor trieb auf raffinierte Art und Weise nicht nur die inneren Mechanismen an, sondern sorgte gleichzeitig auch für den Fahrantrieb. Dies geschah entweder in Kombination oder über zwei separate Motoren. Diese Maschine (und das leichtere, kompakte Nachfolgemodel MH Nr.) bewies seine Zuverlässigkeit während des zweiten Weltkrieges, als Massey-Harris seine „Harvest Brigade“ zusammenstellte, welche aus 500 Mähdreschern bestand und in einem gewaltigen Treck vom Süden in den Norden Amerikas tausende von Hektar Getreide erntete.

Während der 1940er und 1950er Jahre setzte sich die Weiterentwicklung des Mähdreschers fort. Eines der ersten Modelle unter dem neuen Namen Massey Ferguson war der MF 35 in Nordamerika – eine schmale, preiswerte Maschine für kleine und mittlere Betriebe. Mitte der 1960er Jahre folgten die neuen Modelle MF 300, 400 und 500, mit denen Massey Ferguson einen weltweiten Marktanteil von 18% erzielte.

Eine Aufsehen erregende Neuerung war damals die Einführung einer geschlossenen Kabine zum Schutz des Fahrers vor dem Wetter und vor allem vor dem beim Dreschen entstehenden Staub.

Di ersten Modelle von MF, die mit einer Kabine aufwarten konnten, waren Anfang der 1970er der MF 750 und MF 760 aus Nordamerika. Integrierte Kabinen folgten 1980 mit dem MF 500 und MF 600 auch in Europa.

1976 entwickelten MF Ingenieure um Jim McNaught das revolutionäre PowerFlow Schneidwerk – eine Innovation, die MF Mähdrescher bis heute zu etwas ganz Besonderem macht. Mit Hilfe der umlaufenden Gewebebänder wird das Erntegut kontinuierlich und mit der Ähre voran dem Schrägförderer zugeführt. So entsteht ein extrem gleichmäßiger Gutfluss in den Mähdrescher, unnötige Verluste am Schneidwerk oder Blockierungen der Maschine werden vermieden.

Vor allem im Raps lassen sich gewaltige Leistungssteigerungen von bis zu 73% erzielen. Dieses Schneidwerk wurde erstmalig bei einem Treffen der englischen “Royal Society of Engineers” präsentiert und erhielt eine Silbermedaille auf der „Royal Show“.

Die Mähdrescher wurden in den Folgejahren immer größer und größer. Der MF 760 war 1972 einer der größten Drescher seiner Zeit und wurde in Europa mit 7,30m breiten Schneidwerk verkauft.  Ende der 1970er setzte der MF 760 einen bis dato unerreichten Maßstab, indem er 100 Acre (fast 42 ha) an einem Tag bewältigte. Der MF 760 wurde Anfang der 80er vom MF 860 abgelöst, der von einem für die damalige Zeit außergewöhnlich staken Perkins V8 Motor mit 184 PS abgetrieben wurde. 1984 erschienen die Modelle MF 850 und MF 860, ebenfalls ausgerüstet mit einer entscheidenden Neuheit, dem „Kaskaden-Abscheider“. Dieser Abscheider fing zunächst das Material auf, welches bislang hinten aus der Maschine fiel, und führte es über einen Elevator zurück in den Mähdrescher. Diese Zusatzabscheidung erhöhte die Leistung um 10%.

1986 wurden mit dem MF 8560 and MF 8590 erstmalig Rotormähdrescher von MF vorgestellt. Diese verwenden statt der üblichen Dreschtrommel mit Schüttlern einen langen, quer zur Fahrtrichtung rotierenden Rotor für Ausdrusch und Abscheidung. Mit 4,2m Länge hat der Letztere den damals längsten Rotor überhaupt.  Mit der Einführung dieser Maschinen wurde MF zum einzigen Hersteller dieser Zeit, der im Hochleistungssektor sowohl über konventionelle als auch über Rotormähdrescher verfügte.

Moderne Elektronik hob die Mähdrescher Anfang der 1990er auf ein neues Level und bot die Plattform für den Einzug der Precision-Farming Technologie. Wieder war es ein Massey Ferguson, der die Vorreiterrolle übernahm.  Datavision (ursprünglich bekannt als Daniavision) war das erste interaktive Bedienterminal in einem Mähdrescher. 1991 präsentierte Massey Ferguson das erste praxisreife System zur Ertragskartierung. Mit Hilfe der GPS Satellitennavigation, der Datavision und dem äußerst genau arbeitenden Ertragsmeßgerät konnten die Landwirte erstmalig die Ertragsverteilung auf jedem Feld und in jeder beliebigen Parzelle erfassen, darstellen, auswerten und in Form einer flächenspezifischen Applikation umsetzen.

Weitere bemerkenswerte Neuheiten waren die Schnitthöhenautomatik mit seitlichem Pendelausgleich und Auflagedruckregelung, und die Fahrgeschwindigkeitsautomatik „Constant Flow“, die über die Messung der Dreschtrommelbelastung für eine  stets optimale Auslastung der Dresch- und Abscheideorgane sorgt.

Die Zeitachse des einzigartigen Erntetechnikerbes von MF

  • 1938 Massey Harris 20 – der weltweit erste selbstfahrende Mähdrescher
  • 1944 Harvest Brigade - “ein selbstfahrender Siegeszug der Erntetechnik”
  • 1948 MH 726 – der erste in Großserie gefertigte Mähdrescher aus Kilmarnock, Schottland
  • 1950 Der Ferguson ”Drumherum-Anbau-Mähdrescher”
  • 1953 Der Zusammenschluss von Massey-Harris and Ferguson
  • 1956 In Breganze, Italien, beginnt der Bau von Mähdreschern
  • 1958 Die Geburt der Marke Massey Ferguson
  • 1961 Tom Carroll, der Massey-Harris Ingenieur, der den selbstfahrenden Mähdrescher perfektionierte und zur Serienreife verhalf, tritt in den Ruhestand
  • 1965 Mähdrescherproduktion in Eschwege, Marquette, Kilmarnock & Brantford
  • 1972 MF 760 – der größte Mähdrescher der Welt
  • 1977 Einführung des PowerFlow Universalschneidwerks
  • 1990 Übernahme von Dronningborg, Dänemark
  • 1991 Einführung der Ertragskartierung
  • 2009 Einführung des Hybridmähdreschers MF Delta
  • 2011 AGCO übernimmt die Mähdrescher Fabrik in Breganze, Italien
  • 2012 Einführung der neuen Skyline Kabine